WEEK 4
04.10.26
24
@
20
Lincoln Financial Field
Philadelphia,Pennsylvania

Wadenbeißer-Sieg in Philadelphia

Im Lincoln Financial Field sah Philadelphia lange wie der Sieger aus. Mit einer 20:10 Führung gingen die Eagles in die Halbzeit. Doch nach der Pause wendete sich das Blatt.
Die Rams nutzten ihre Chance, drehten die Partie mit zwei Touchdowns im vierten Viertel und gewannen am Ende mit 24:20.
Matchwinner war Running Back Kyren Williams, der beide Touchdowns in der Schlussphase erzielte.
Für Los Angeles ist es der zweite Saisonsieg, ein Sieg, der nach Woche Vier wichtig ist.

Game Recap & Offense: Oft Pfui, in den wichtigsten Momenten Hui

Die Eagles erwischten den besseren Start. Jake Elliott eröffnete die Partie mit einem 29-Yard-Field-Goal, Harrison Mevis glich für die Rams mit einem 40-Yard-Field-Goal aus. Lange blieb das Duell von den Defensiven geprägt.
Im zweiten Viertel übernahm Philadelphia jedoch zunehmend die Kontrolle.
Elliott traf aus 56 Yards, ehe Jalen Hurts mit seinem ersten Touchdown-Pass auf Darius Cooper nachlegte. Der Receiver setzte sich über 18 Yards durch und brachte die Eagles mit 13:3 in Führung.
Los Angeles antwortete jedoch noch einmal. Puka Nacua, der nach zwei verpassten Spielen erstmals wieder auf dem Feld stand, wurde bei einem Jet Sweep eingesetzt und lief aus zwei Yards selbst in die Endzone.
Doch Philadelphia hatte das letzte Wort vor der Pause.
Nach der bereits zweiten Interception von Matthew Stafford hatten die Eagles kurz vor der Halbzeit noch einmal eine hervorragende Feldposition bekommen und nutzten sie konsequent.
Hurts fand erneut Cooper für zehn Yards und einen Touchdown.
20:10 für Philadelphia zur Pause.
Für die Rams sah es zu diesem Zeitpunkt nicht so aus, als ob es ein Comeback geben könnte.

Matthew Stafford hatte in der ersten Halbzeit erhebliche Probleme. Zwei Interceptions verhinderten, dass die Rams ihre offensiven Möglichkeiten konsequent in Punkte verwandeln konnten.
Gleichzeitig zeigte sich aber, dass Los Angeles den Ball durchaus bewegen konnte.
Stafford fand immer wieder Puka Nacua, Tyler Higbee und Kyren Williams. Vor allem Williams entwickelte sich zunehmend zu einer entscheidenden Waffe, nicht nur auf dem Boden, sondern auch im Passspiel.
Nacua bewies mal wieder, warum er für die Rams so wichtig ist.
Der Receiver beendete den Abend mit 9 Receptions für 125 Yards und war insbesondere in der entscheidenden Phase kaum zu stoppen.

Nach der Halbzeit änderte sich das Bild.
Nicht auf der Anzeigetafel, sondern auf dem Feld.
Das dritte Viertel blieb punktlos. Philadelphia hatte weiterhin Chancen, doch die Drives wurden kürzer und die Eagles fanden keine Lösungen gegen die Rams-Defense.
Los Angeles verpasste seinerseits die Möglichkeit, den Rückstand per Field Goal zu verkürzen. Harrison Mevis setzte einen Versuch aus 48 Yards daneben.

Dann kam der Punkt, der das Spiel endgültig drehen sollte.
Philadelphia marschierte im vierten Viertel bis an die Zwei-Yard-Linie der Rams.
Die Entscheidung von Head Coach Nick Sirianni war mutig. Statt das Field Goal zu nehmen, gingen die Eagles bei Fourth Down auf den Touchdown.
Jalen Hurts bekam den Snap und suchte Darius Cooper in der Endzone.
Der Pass war unvollständig. Turnover on Downs.
Aus einer möglichen Zwei- oder Drei-Possession-Führung wurde plötzlich eine riesige Chance für Los Angeles.

Die Rams übernahmen den Ball an der eigenen Zwei-Yard-Linie.
Was anschließend folgte, war einer der besten Drives der Partie.
98 Yards. Zehn Plays. Touchdown.
Stafford fand Nacua für einen 32-Yard-gain und Higbee für 20 Yards. Auch Williams war immer wieder beteiligt.
Am Ende war es der Running Back selbst, der die Serie vollendete.
Kyren Williams mit dem Ein-Yard-Touchdown.
Plötzlich stand es nur noch 20:17.
Das Spiel war wieder völlig offen.

Philadelphia bekam anschließend noch einmal den Ball und konnte ihn praktisch nicht bewegen.
Nur ein Yard Raumgewinn in drei Plays und der Punt.
Damit bekam Stafford bei noch 2:55 Minuten auf der Uhr erneut den Ball.
Und jetzt zeigte sich, warum die Rams trotz zweier Interceptions noch eine Chance hatten.
Stafford spielte ruhig und präzise.
Die Rams marschierten 79 Yards in zehn Plays über das Feld.
Nacua, Higbee und Williams bestimmten die Serie. Stafford selbst steuerte mit einem Acht-Yard-Scramble weitere wichtige Yards bei.

An der Sieben-Yard-Linie bekam Kyren Williams den Ball und lief in die Endzone, was zu einem 24:20 für die Rams führte.

Los Angeles hatte das Spiel tatsächlich komplett gedreht.
Williams erzielte beide Touchdowns im vierten Viertel und wurde damit zum Matchwinner.
Philadelphia bekam noch einmal die Chance auf eine Antwort, doch die Rams-Defense hielt.
Die Eagles konnten den letzten Drive nicht mehr in Punkte ummünzen.

Wenn ein Spieler aus dieser Partie heraussticht, dann ist es Kyren Williams.
Der Rams Runningback kam auf 80 Rushing Yards, 10 Receptions für 67 Yards und zwei Touchdowns.

Auch Puka Nacua hatte allen Grund zu feiern.
Nach seiner Verletzungspause meldete sich der Receiver mit einer starken Vorstellung zurück.
Neun Receptions, 125 Yards und ein Touchdown.
Vor allem im vierten Viertel war Nacua der Spieler, auf den Stafford immer wieder zurückgriff.

Matthew Staffords Performance war in diesem Spiel zwiegespalten.
32 von 51 Pässen für 316 Yards, zwei Interceptions, kein Passing Touchdown und ein Rating von 63.9 sind eher schlechte Zahlen.
Doch am Ende ist es wichtig, was im vierten Viertel passiert.
Und dort war Clutch-Stafford stark.
Er warf nach der Halbzeit keine weitere Interception und führte zwei entscheidende Drives über insgesamt 177 Yards zu zwei Rushing Touchdowns.

Für Philadelphia ist die Niederlage besonders bitter.
Zur Halbzeit führten die Eagles mit zehn Punkten. Jalen Hurts hatte zwei Touchdown-Pässe geworfen und Darius Cooper war mit zwei Touchdowns der offensive Star der ersten Hälfte.
Doch nach der Pause kam praktisch nichts mehr. Interessant sind die 0 von 12 Third-Down-Conversions.
Hurts beendete die Partie mit 12 von 27 Pässen für 93 Yards, zwei Touchdowns und einem Rating von 78.2. Er warf zwar keine Interception, konnte die Eagles-Offense nach der Pause aber nicht mehr konstant über das Feld führen.

Zusätzlich musste Philadelphia früh einen wichtigen Spieler ersetzen.
RB Saquon Barkley zog sich bereits bei seinem zweiten Lauf eine Hamstring Verletzung zu und musste das Spiel verlassen.
Der Ausfall traf die Eagles hart, zumal Philadelphia bereits vor dem Spiel auf mehrere wichtige Spieler verzichten musste.
Damit wurde die Last auf die restlichen Running Backs und vor allem auf Hurts noch größer.

Am Ende sprechen einige Statistiken eine klare Sprache:

  • 26 zu 12 First Downs
  • 7/16 zu 0/12 Third Downs
  • 415 zu 172 total Yards

Besonders der Third-Down-Unterschied ist frappierend. Die Rams hielten ihre Drives am Leben.
Philadelphia nicht.
Und genau das entschied dieses Spiel.

Die Eagles hatten dieses Spiel lange in der Hand. 20:10 zur Halbzeit, zwei Touchdown-Pässe von Hurts, zwei Interceptions von Stafford, Momentum, Heimvorteil.
Doch nach der Pause verlor Philadelphia komplett den offensiven Rhythmus.
Die Rams hingegen blieben geduldig und hielten defensiv dagegen.
Der verpasste Fourth Down an der Zwei-Yard-Linie war der Wendepunkt. Danach legte Los Angeles zwei lange Touchdown-Drives hin und verwandelte einen 10-Punkte-Rückstand in einen 24:20-Auswärtssieg.
Kyren Williams war der Spieler des Spiels, Puka Nacua hatte einen sehr gutes Spiel, Matthew Stafford war trotz eines schwierigen Starts der entscheidende Quarterback in der Clutch-Time. Und die Rams bewiesen vor allem wieder eines: Wenn es im vierten Viertel wirklich darauf ankommt, geben sie Vollgas.

Rams-Defense: Nicht immer dominant, aber im richtigen Moment zur Stelle

Die Rams Defense hatte einen guten Tag. Sie lieferte genau dann ab, als es darauf ankam.

Philadelphia kam insgesamt nur auf 172 Total Yards, davon lediglich 93 Passing Yards und 104 Yards am Boden. Noch beeindruckender war die Third-Down-Bilanz: Die Eagles verwandelten keinen einzigen ihrer zwölf Versuche.

Dazu kamen vier Sacks für 25 Yards Raumverlust und vier Tackles for Loss. Die Defense hielt Philadelphia damit immer wieder aus längeren Drives heraus.

Los Angeles gewann mehrere entscheidende Situationen im Fourth Down. Der größte Stop kam im vierten Viertel, als die Eagles bei 4th & Goal von der 2-Yard-Linie den möglichen Ausbau ihrer Führung verpassten. Der Pass von Jalen Hurts auf Darius Cooper war unvollständig und die Rams bekamen den Ball zurück.

Danach hielt die Defense auch nach einem vermeidbaren Fehler der Special Teams. Nach einem Kickoff ins Aus musste Philadelphia an der eigenen 40-Yard-Linie starten. Doch statt daraus Kapital zu schlagen, zwangen die Rams die Eagles zum Punt.
Als Philadelphia nach dem späteren 24:20 noch einmal die letzte Chance bekam, machte Byron Young endgültig den Deckel drauf. Erst sackte er Hurts für sieben Yards, anschließend folgte ein Strip-Sack für acht Yards. Beim folgenden 4th & 25 warf Hurts seinen letzten Pass – und Kam Curl schlug den Ball weg.

Vier Sacks, vier Tackles for Loss, kein einziger verwandelter Third Down der Eagles und mehrere entscheidende Stops. Die Rams Defense war vielleicht nicht über vier Viertel dominant, aber sie gewann in den wichtigsten Momenten des Spiels.

Special Teams: Licht und Schatten

Kicker Harrison Mevis verwandelte sein 40-Yard-Field-Goal sicher und blieb bei allen drei Extra Points fehlerfrei. Damit steuerte er sechs Punkte zum Sieg bei. Aus 48 Yards verfehlte Mevis im dritten Viertel allerdings die Chance, den Rückstand weiter zu verkürzen.

Auch im Kickoff-Return zeigte Los Angeles ordentliche Zahlen. Alex Bachman brachte in seinem ersten Spiel bei den Rams als Returner vier Kickoffs für insgesamt 89 Yards zurück, ein Schnitt von 22,3 Yards pro Return.

Punter Ethan Evans kam bei vier Punts auf einen starken Durchschnitt von 49,8 Yards, sein längster Punt flog 52 Yards. Allerdings landete nur einer seiner vier Punts innerhalb der gegnerischen 20-Yard-Line. Noch problematischer war die eigene Punt-Coverage. Philadelphia kam bei drei Returns auf 59 Yards, im Schnitt fast 20 Yards pro Return.

Damit war die dritte Phase der Rams an diesem Abend nicht durchgehend stabil. Besonders die schwache Punt-Coverage und der verpasste 48-Yard-Fieldgoalversuch hätten Los Angeles durchaus teuer zu stehen kommen können.

Umso wichtiger war, dass die Defense die Fehler der Special Teams mehrfach ausbügelte. Ein besonders kritischer Moment folgte nach einer Kickoff-Strafe von Mevis, die Philadelphia eine gute Feldposition an der eigenen 40-Yard-Linie brachte. Die Rams-Defense hielt jedoch stand und zwang die Eagles anschließend zum Punt.

Unterm Strich lieferte Mevis beim Kicking eine solide Leistung ab, Evans überzeugte mit seiner Punt-Distanz, während die Coverage-Units noch deutlich Luft nach oben haben.

Player of the Game: Kyren Williams

Top-Receiver: Puka Nacua

Schlüsselmoment: Eagles scheitern bei 4th & Goal von der 2-Yard-Linie. Ende vom Lied: Comeback Rams. Sie drehten das Spiel, aus 10:20 Rückstand wird ein 24:20 Sieg.

Entscheidende Stat: Rams 7/16 Third Down – Eagles 0/12